Gestern, nach einem auswärtigen Mittagessen im Speiselokal meines geringsten Misstrauens, fuhr ich wie üblich zu dem kleinen Biergarten im Volkspark, um meinen Nachmittagskaffee zu genießen. Es waren zu dieser Zeit nur wenige Leute anwesend, die sich an den wärmenden Sonnenstrahlen bei einem Kalt- oder Warmgetränk erfreuten.
Als ich so relaxt in die Gegend schaue, kommt eine ältere Dame stattlichen Ausmaßes mit dem Fahrrad an, stellt ihr Rad (mit Tiefeinstieg) an den nächstgelegenen Baum ab, verschaffte sich zielsicher einen Überblick und schreitet in den Biergarten. Wie schon gesagt, es waren nur wenige Leute anwesend – ein Rentnerehepaar, das sich eine Pause von ihrer Radtour gönnte, ein buchlesender junger Mann und ich natürlich – 3 Tische besetzt und der überwiegende Teil der Tische frei.
Und was macht die korpulente Dame?
Sie setzt sich doch ausgerechnet an meinem Tisch, labert mir Kottelets an die Ohren und erzählt mir ihre Lebens- und Krankengeschichte und die Lebens- und Krankengeschichten aller ihrer Bekannten.
Mit dem entspannten Genießen meines Kaffee’s war es schlagartig vorbei. Das Leben ist eins der Schwersten. Da hilft nur eins – austrinken, bezahlen und fluchtartig das Gelände verlassen. Heute starte ich nochmal einen Anlauf, einen Kaffee in diesem Biergarten zu genießen – und die Betonung liegt auf genießen.
… und immer hübsch fröhlich bleiben – gelle?


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